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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
Entstehung
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409
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der Poesie und bildenden Künste. 409

gen geordnet, da denn insonderheit Schiller*)Viel Feines und Vortreffliches gesagt hat. Allein,wie sehr laufen die Empfindungen in einander! wel-cher Dichter bleibt Einer Empsindungsart dergestalttreu, daß sic seinen Eharaktcr, zumal in verschied-nen Werken bezeichnen konnte? Oft rühret er einSaitenspiel von vielen, ja von allen Tönen, die sicheben durch Disharmonien heben. Die Welt der Em-pfindungen ist ein Geister-oft ein Atomenreich; nurdie Hand des Schöpfers vermag daraus Gestalte»zu ordnen.

Die dritte, wenn ich so sagen darf, Natury«.'-thodc ist, jede Blume an ihrem Ort zu lassin, unddort ganz wie sie ist, nach Zeit und Art, von derWurzel bis zur Krone zu betrachten. Das demü-thigste Genie hasset Rangordnung und Vergleichung.Es will lieber der Erste im Dorf seyn, als der Zwei-te nach Casar. Flechte, Moos, Farrenkraut und diereichste Gewürzblume; jedes blühet an seiner Stellein Gottes Ordnung.

Man hat die Dichtkunst subjektiv und ob-jektiv, nach den Gegenständen, die sie schildert, undnach den Empfindungen, mit denen sie Gegenständedarstellt, geordnet; ein wahrhafter und nützlicher Ge-sichtspunkt, der auch zu Charakterisirung einzelnerDichter, z. B. Homers und Oßians, Thom-sons und Kleists u. a. der rechte scheinet. Ho-nt c r nämlich erzählt die Geschichten seiner Vorweltohne »nerkliche besondre Thcilnehmung; Oßian sin-

*) S. die Horen, November. Decernder 179b. Ja-nuar 1796.