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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
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4»4 II. Ideen zur Geschichte und Kritik

S 7 .

Neuntes F r - g m e n t.

Resultat

der Vergleichung der Poesie verschiedenerVölker alter und neuer Zeit.

Die Poesie ist ein Proteus unter den Völkern;sie verwandelt ihre Gestalt nach Sprache, Sitten,Gewohnheiten, nach dem Temperament und Klima,sogar nach dem Accent der Völker.

Wie Nationen wandern, wie sich die Sprachenmischen und andern, wie neue Gegenstände die Men-schen rühren, wie ihre Neigungen eine andre Rich-tung, ihre Uebungen ein andres Ziel nehmen, wiein der Zusammensetzung der Bilder und Begriffe,neue Vorbilder auf sie wirken, selbst wie die Zun-ge, dies kleine Glied, sich anders beweget und dasOhr sich an andre Töne gewöhnt: so verändert sichdie Dichtkunst nicht nur bei verschiedenen Nationen,sondern auch bei demselben Volke. Die Poesie zuHomers Zeiten war bei den Griechen ein andresDing als zu Longins Zeiten, selbst dem Begriffnach. Ganz ein andres wars, was sich der Römer undder Mönch, der Araber und der Kreuzritter, oderwas nach wicdcrgefundenen Alten der Gelehrte, undin verschicdnen Zeitaltern verschiedner Nationen derDichter und das Volk sich an Poesie denken. DerName selbst ist ein abgezogner, so vielfassender Be-