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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
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der Poesie und bildenden Künste. 403

scn! und verwünscht sei jede Aster-Muse, die derPolitik stöhnet. Treue und Glauben, Unschuld derSitten, Biederkeit und Einfalt das seyn unsreKastalidcn! alles andre ist vergängliche Thorheit. JurJtalianischen acntsLLa, zur Spanischen Zranäe^a,zur französischen leerste, zum brittischen IriZIa-?xirit wird sich der Deutsche nie hinauf schwingen;was er aber ist und von jeher gewesen, davon istseine eigene Geschichte eine durch Jahrhunderte er-probte Stimme der Wahrheit. Was alle Dichtersingen, wohin si wider Willen streben, was ihnenam meisten glückt, was bei denen, die sic lesen undhören, die größeste Wirkung hcrvorbringt, das ist >Charakter der Nation, wenn er auch als eine unbe-hauene Statue noch im Marmorblock dalage. Diesist Bcrnu n ft, reine H u m anitat, Einfalt,Treue und Wahrheit. Wohl uns, daß unsdieß sittliche Gefühl ward, daß dieser Charakter gleich-sam von unsrer Sprache zmabtrennlich ist, ja daßuns nichts gelingen will, wenn wir aus ihm schrei-ten. Lehrgeld in erzwungenen Nachäffungen habenwir gnug gegeben.

Mit diesem Charakter wieviel können wir ent-behren! Wenn andre Nationen sich im. Geschmackhie und dorthin verirrten, so wird unsre Regel fcst-stchn, die im Mannigfaltigsten die wabreste Einfaltsucht und die Poesie seyn laßt, was sie seyn soll,ein Spiegel der Natur und Sitten, Humanität imgefälligsten reinsten Gewände, Philosophie des Le-bens. Dies war einst Orpheus und Apollo's Kunst.