der Poesie und bildenden Künste. Fl-eins welchem es keine erjagte Liccnz eines fremdenVolks reißen muß.
Daß übrigens die feine Komödie bei uns man-che Schwierigkeiten findet, ist unläugbar, aber auchsehr erklärlich. Erziehet die Nation, und sie wird^auch an feineren Zügen der Sittlichkeit Geschmackfinden. Da jetzt Alles sich lesend vergnügen will,meistens aber das Schlechteste liefet; waren nichthundert Mittel da, diese Lesercien aufs Bessere zuleiten? Bedienet Euch nur einiger dieser Mittel,und das Verderben ist noch abwendbar. Sehr un-deutsch wäre es, wenn bei uns die Moralitätein verspotteter Name würde; der alten Sitte nachgehört sie mit zu unserm Charakter und kann unsdurch nichts ersetzt werden. Uns fehlet Witz undleichte Natur, uns fehlt ein schöner Himmel, dieUnmoralitatcn nur einigermaaßen lustig und leidlichzu machen; Deutsche Ueppigkeit war daher von je-her grob, weil sie in unser Klima, in unsre Lebens-art und überhaupt zum Deutschen Charakter nichtgehöret.
Lassen Sie mich diesen Brief noch mit demAndenken eines fröhlichen Dichters schliesscn, der unsunvergessen seyn sollte, Zachariä. Seine komi-schen Epopecn, seine lyrischen und musikalischen Ge-dichte enthalten in einer leichten Form so viel Schö-nes, und bei einer glücklichen Natur ein so gesel-liges Leben, daß ich sie statt mancher neuerenZiererei jungen Leuten in die Hand wünschte. Undnun zur Kritik der Deutschen.