3go II. Ideen zur Geschichte und Kritik
nen ein erzwungenes Vergnügen zu schöpfen? Sodie kleine Italienische Oper; sie will in Italiengesungen und gespielt !eyn. Wo sie dies nicht wer-den kann, was ist natürlicher, als dafi, trotz derbesten Musik, ein fremdes Volk, an ihrem frem-den oft unbedeutenden Inhalt, an Ranken undScherzen die bei ibm nicht in Gebrauch sind, kei-nen Ge'chmack sinket?. Der angenehme Müßiggang,,das clolvs kein nisnts, bei dem man sich öffentlichauch an Possen, als an Kunststücken, vergnügt unddie Zeit hintandelt, ist unter unserm harter» Himmelnicht zu Haust. Wer aus einem mühseligen Lebenins Schauspiel tritt, will sich nicht blos an der Formals an einem Kunststück freuen, sondern durch etwasInnigeres geweckt sepn. Biele Kunstprodukte frem-,der Nationen sind Kinder der Ueppigkcit und einesVerderbens der Sitten, von dem glücklicherweisemanche Provinz unsrer arbeitseligcn Nation nochnicht weiß; sollen wir ihr diese Produkte mit denUrsachen wünschen, die sie erzeugten? und den Ge-schmack an ibnen verbreiten? Führet einen, gesun-den jungen Mann, ein gesundes keusches Mädchen,in die Kammer des abgelebten Lüstlings oder der fei-len Unzucht; werden sie,, denen ein besserer Triebim Herzen schlagt, oder sich in leisen Wünschen re-get, an den frechen Rcizungsmitteln dieser Ausocar-teten und Abgestorbenen -Vergnügen finden? oder siemit Entzücken ansehn? Schonet der Unschuld, uns-rer Nation, wenn ihr sie auch eine dumme Un-schuld nennen solltet ; beim belohnenden Gefühl ih-rer Gesundheit will sie gern mancher lüsternen Formentbehren. Jedes Volk hat seinen Kreis des Wohl-anständigen in sittlichen Begriffen und Gefühlen,