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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
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Seite
384
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S84 n. Ideen zur Geschichte und Kritik

Gern nenne ich noch zusammen Wieland undGeßner. Den ersten hat man sehr unzcitig mitVoltaire verglichen, mit Voltaire, der bei dem Hel-testen Kopf und der schlauesten Gewandtheit doch nurein witziger Satyr war, und zwar im Grunde nurin einer Manier des Witzes, die er tausendfach zuverändern und nach dem Geschmack seines Zeitalters,ja wo möglich jeder Person in demselben zu modisi-circn wußte. Die Muse unsres Landsmannes ist einreinerer Genius, der in jeder Gestalt, die er an-nimmt, gewiß einen edleren Zweck hatte, als unsdlos witzig zu amusiren. Ein achter Jünger jeneralten Aaz'L cisncia, ob er uns nach Delphi oderTarent, nach Sicilien oder Salerno, insFaß des Diogenes oder an die Tafelrunde,nach Bagdad oder ins Fecnland geleite. DerGeist der sokratischen Schule verließ ihn selten: dennseine oft mißverstandene Philosophie ist am Endedoch Weisheit des Lebens.

Warum ist Geßner von allen Nationen, dieihn kennen lernten, mit Liebe empfangen worden?Er ist bei der feinsten Kunst Einfalt, Natu.rund Wahrheit. In Darstellung einer reinen Hu-manität sollte ihn selbst das Sylbcumaas nicht bin-den; wie auf einem Faden, der in der Luft schwebt,lässct er sich in seiner poetischen Prosc oder prosai-schen Poesie jetzt auf blühende Fluren hinab, jetztschwinget er sich in die goldnen Wolken der Abend-und Morgenröthe, bleibet aber immer in unsermblauen Horizont gesellig, froh und glücklich. Mil Kin-dern ward er ein Kind, mit den ersten Menschen einer

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