der Poesie und bildenden Künste. 383
in Britannien ward mit seinem Lycidas undSamson dies Glück nicht. Wenn überhaupt dieMuse der Tonkunst in der Einfall und Würde, dieihr gebühret, zu uns zurückzukehrcn würdigte; wessenWorte würden sie freundlicher hernieder zaubern,als Klopft ocks? —
Wollten wir die goldnen philosophischen Oden«nsers Uz gegen die Oden des Cowlep; Hage-dorn gegen Waller; Croncgks bessere Gedichtegegen Prior; Witthof sin seiner ersten Ausgabe)gegen Akenside, Gersten berg selbst gegen Ot-way und Waller vertauschen? Ich bleibe bei mei-nen Landesleuten; bei wenigecm Glanze der Kunstist in ihnen mehr Gemüth, mehr wahre Em-pfindung. In allen Liedern, die von unsrer Ju-gend gesungen werden, so verschieden der Genius derDichter scy, in Claudius, Hölty, Slolberg,Iacobi, Voß, Schiller ist der Charakter un-srer Nation, Gemüth, kennbar. —
Selbst die Art, wie sich die Deutschen fremderErscheinungen angenommen haben, zeigt die Herz-lichkeit ihres Charakters. Wo ist dem Miltonund Ossian warmer gehuldigt worden, als inDeutschland? Stand in England jemand auf, dersich des Galischen Singers angenommen hatte, wieDenis? den er beseelt hatte, wie z. B. Kose-garten und mehrere unserer Landsleute? Nehmeteine ausgewählte Sammlung deutscher Lieder undstellet sie der besten Englischen entgegen; an inne-rem Werthe, wohin wird die Waage sinken? IhreGesänge der Empfindung sind meistens SchottischeLieder.