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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
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382
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332 II. Ideen zur Geschichte und Kritik

und mehreren seiner Gedichte verbinden sich Muthund Treue, Freundesgcfühl, Einfalt und Stärke.Klopstocks Ode an Gleim ist ein Bild desDichters und seiner Gedichte.

Man ist gewohnt, Klop stock den DeutschenMilton zu nennen; ich wollte, daß beide nie zu-sammen genannt würden , und wohl gar, daß Kl o p-stock den Mil ton nie gekannt haben möchte.Beide Dichter haben heilige Gedichte geschrieben;ihre Muse aber ist nicht dieselbe. Wie Moses undChristus, wie das alte und neue Testament stehensie einander gegenüber. Miltons.Gedicht ein aufalten Säulen ruhendes durchdachtes Gebäude; Klop-stocks Gedicht ein Zaubergemahlde, das in denzartesten Menschenempsindungen und Menschenscenenvon Gethsemane aus über Erd und Himmel schwebet.Die Muse Miltons ist eine männliche Muse, wiesein Jambus; die Muse Klopstocks eine zartereMuse, die in Erzählungen, Elegien und Hymnenunsre ganze Seele, den Mittelpunkt ihrer Welt,durchströmet. In Ansehung der Sprache hat Klop-stock auf seine Nation mehr gewirkt, als Miltonvielleicht auf die seinige wirken konnte; wie er dennauch ungleich vielseitiger, als der Dritte, über die-selbe gedacht hat. Eine seiner Oden im Geschmackdes Horaz ist nach dem Richtmaas der Alten mehrwerlh, als sammtliche hochaufgethürmte brittischeOdengebaude. Daß Klopstock zu seinem Her-mann einen Gluck fand, daß er durch seine Ge-sänge ihn und andre seines Geistes zu dieser Gattungeinfacher Musik weckte, gehöret mit zu den glückli-chen Begegnissen seines Lebens; dem blinden Barden