der Poesie und bildenden Künste. 38r
Witz ihrer Landesleute bald belustigten, balderweiterten, oder dazu hiehcr und dorther bei-trugen. Jeder thal was er thun konnte; undGellcrts, Cramers, der beiden Schlegels,Rabners u. a. guter Wille wird dabei gewiß auf-wiegen können, was die Richer, la Motte undI. B. Rousseau, oder die King's, Phi-lipp's u. f. auswärts geleistet haben. In ihrerLage sind mir die Namen Lange und Pyrawcrther, als hundert schreibselige Namen spatererZeiten.
Kleist kommt; und wer verkcnncte an ihmsein deutsches Herz, seinen cdeln Charakter? AlsKünstler der Poesie, dazu in mancherley Arten,möchte ich lieber Thomson seyn, Thomson in-sonderheit seit er Italien gesehen hatte; aber alsMensch und Dichter gilt cs keine Frage. KleistsHerz lebt in seinen Gedichten, in seinem Frnh-linge, in mehreren seiner Oden, in seinem Ge-burts - und Grabesliede, in seiner Sehn-sucht nach Ruhe, in Eßides und Paches.Nach seinem Seneka wollen wir ihn nicht messen;aber den edlen Geist, das patriotisch-menschliche Ge-müth, das mitten unter Kriegessccnen in diese klei-nen Gedichte wie in ein Asylum floh und jetzt darin,wie in einer zerstückten Urne sein ewiges Denkmalfindet, wollen wir werth halten und lieben.
Ihm füge ich Lessing und Gleim bei.Des Ersten Genius lebt in jeder Zeile seiner Schrif-ten, zumal in seinem Nathan; und inGleim'sSchriften schlaget gewiß ein Herz vom Wahrestendeutschen Charakter. Zu seinen Kriegsliedern warLessing der Vorredner; in seinen Fabeln, Liedern,