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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
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Seite
380
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ZIo II. Ideen zur Geschichte und Kritik

Ihm gegenüber steht Haller, der eine Alpen-last der Gelehrsamkeit auf sich trug. Was vonHaller mit Pope verglichen werden kann, istüber Pope, was aus Pope's lebendiger Weltan feinen Satyren und Charakteren in feinem Neim-geklingel da steht, würde Haller redlicher ausge-stellt haben. Bewahre uns die Muse, vor Dichtern,Lei denen Verstand ohne Herz, oder Herz ohne Ver-stand ist. Zwei Popische Gedichte wünschte ich in-dessen meinem Vaterlande wohl eigen, seinen Ver-such über den Menschen und über dieKritik. Ick) habe nicht den mindesten Zweifel,daß wir beide besser, als Pope sie schrieb, zu ihrerZeit bekommen werden. Unsres Hallers Gedichtesind ein Nichtmaas der Sitten, so wie der Wissen-schaft und Gcdenkart. Man kann von ihnen undden Werken mehrerer deutscher Dichter sagen, daßkein falscher Gedanke (Religionsvorstellungen etwaausgenommen) in ihnen fey; welches man von we-nig ausländischen Dichtern sagen möchte. Wie Hal-lers Ode auf die Ewigkeit ist, erscheint nichts Aehn-lichcs in P o p e.

Und noch hatte Haller, außer seinen großenVerdiensten um mehrere Wissenschaften ein Glück,dessen sich der Engländer nicht rühmen konnte, erward, wie Opitz, der Vater eines bessern Ge-schmacks in Deutschland, da Pope nichts andersals Drydcns und mehrerer Vorgänger feinererNachganger war.

Ohne Zweifel erwarten Sie nicht, daß ich jedegutmürhige Bemühung der Deutschen nach Jahrendurchgehen soll, wie sic z. V. den Verstand und