der Poesie und bildenden Künste. 378
ftyn konnte, ja gar ein Regiment commandirte-Dank — 0 wie tief haben wir Deutsche anfangen,aus welcher drückenden Barbarei) uns Hervorarbeitenmüssen, die uns noch allenthalben sogar als Ehre,als Vorzug, als Stammes - und Nationalruhm an-klebt ! „Welcher Mann von Ahnen wird ein koste,ein Luvant, ein kkilosoxlie seyn wollen, wenn erauch ein Tasso, ein Baco, ein Shaftesburywerden könnte?" — Solon und Alexander,Casar und Augustus, so viele Fürsten undEdle in Italien, Spanien, Frankreich, Englanddachten anders.
„Weil wir also spat kamen, so ahmten wirfreilich viel nach: denn wir fanden viel Vortreffliches»achzuahmen. " Dies war Natur der Sache, nichtsmehr und nichts minder; wer zuletzt kommt, thatesehr unrecht, wenn er nicht nachahmte. So folgtendie Römer den Griechen, den Römern die Mönche,Mönchen und Arabern die Provenzalcn, den Pro-vcnzalcn mittel - oder unmittelbar alle gebildete Na-tionen Europa's; warum sollten diesen nicht dieDeutschen folgen? Alle Kunst ist Nachahmung; nurdurch Nachahmung ist der Mensch zur Kunst gelan-get; nur durch sie ist er Mensch worden. Warealso auch Nachahmung der Charakter unsrer Nation,und wir ahmten nur mit Besonnenheit nach: so ge-reichte dieses Wort uns zur Ehre. Wenn wir vonallen Völkern ihr Bestes uns eigen machten: sowaren wir unter ihnen das, was der Menschgegen alle die Neben- und Mitgesc kröpfeist, von denen er Künste gelernt hat.Er kam zuletzt, sah Jedem seine Art ab, und über-trifft oder regiert sie alle.