Z74 H- Ideen zur Geschichte uitd Kritik
war Schuld, daß wir Jahrhunderte lang dies Feldungebauet ließen. Wir zogen nach Italien, undsonst in der Welt umher; haben aber doch, selbst indiesen fürchterlichen Zeiten, für ganz Europa man-ches Nützliche erfunden. Endlich, da die Reforma-tion aus unsrer Mitte hervorbrach, und uns nachvielem andern Ungemach mit dem dreißigjährigenKriege eine fast allgemeine Verwüstung und die sogefährliche Bekanntschaft mit fremden Nationen aufden Hals zog; — müssen wir, wenn wir die Ge-schichte Deutschlands durchgehn, uns nicht wundern,daß noch so viel ward, als geworden ist?
Denn nun reileten die Fürsten, die Edeln.Sie staunten das Ausland an, und sprachen, lasen,schrieben fremde Sprachen. Und unsre gutherzigenDichter freuten sich jeder neuen Sonne, die aufging,fanden sich geehrt, wenn sie Gesänge auch nur z er-eignen durften, ohne daß sie gelesen wurden. InSiebenbürgen dichtete der gute Opitz, Weckher-lin in England und Frankreich, Flemming amCaspischen Meer Deutsche Gedichte; niemand danktees ihnen, daß sie es thaten. Und wer verdankte csdem Andreas Grpphius, dem von Lohe ri-sst ein, daß sie unter ihrer Bürde bürgerlicher Ge-schäfte für Sprache und Poesie das thaten, was siegethan haben?
Dank also auch dem guten von Log au, daßer in den wilden Zeiten des dreißigjährigen Kriegesseine dreitausend Sinn - und andre Gedichte auf-schrieb, ob er gleich ein Deutscher Baron war.Dank einem Dietrich von dem Werder, daßer dcnTasso übersetzte, und gleichwohl Hosmarschall