der Poesie und bildenden Künste. 3^3
also ihr Charakter, eben weil sie zu spat kam. DieLriginalformen waren alle verbraucht und vergeben.
Sr.
So übel stehet's nicht mit der Deutschen Muse,wie Sie fürchten. Es ist vielleicht der Hauptfehlerunsrer Nation, daß sie aus zu großer Gefälligkeitgegen Fremde sich selbst nicht kennet Und achtet.
Wahr ists, wir kamen spat; desto jüngeraber sind wir. Wir haben noch viel zu lhun, in-dcß andre ruhn, weil sie das Ihrige geleistet haben.
Und waren wir in jenen Zeiten müßig? Nichtsweniger; durch andre, vielleicht wichtigere Geschäftewurden wir von einer Bahn zurückgehalten, die unsimmer noch blieb. Für ganz Europa standen wir da-mals vor den Riß, sowohl gegen Roms Despotie,als gegen eindringende Hunnen und Tataren. DaßEuropa nicht zum Kalmuckenlande oder zur Türkeiward, haben Deutsche verhindert; Raum zudemfriedlichen Garten, den die Musen lieben, habensie mit ihrem Blut erfochten.
Unsre Sprache ist im Besitz älterer Poesie, alsderen sich Spanier, Italiener, Franzosen und Brit-ten rühmen können; *) einzig nur unsre Verfassung
*) S. Schilterjs tdezaur.