Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
Entstehung
Seite
367
Einzelbild herunterladen
 

der Poesie und bildenden Künste. 867

Schildernde Lehrgedichte sind seine Jahreszeiten: dennmit Empfindung zur Lehre muß eine Gegend geschil-dert werden, wenn sie als -Poesie in die Seele deSHörenden wirken soll; eine Kunst, die alle Nachah-mer Thomsons nicht eben verstanden haben mögen.Er verstand sie, und so wird aus dem, was ick bei-gebrachl habe, ziemlick klar, daß die Poesie der Eng-länder von Miltons Zeiten an eine rcflecti-rende Poesie gewesen. Die Jtalianifche singet;die Französische Prosa-Poesie raifonirt und er-zählet, die Englische in ihrer äußerst unmusikalischenSprache denket.

49 -

Das wahre Feld der Englischen Poesie habenSie Nicht berühret; es ist die einkleidende Pr 0-se. Sobald Chaucers Reime und die alten Bal-laden abgekommcn waren, man auch merkte, daßSpensers Stanzen dieser Sprache eben so schwerals langweilig werden müßten, suchte man nach demBeispiel Frankreichs die leichteste Auskunft, Prose.

Auch hier gab den Engländern ein Engländer-,Shakespeare, Art und Weise. Er hatte Charak-tere und Leidenschaften so tief aus dem Grunde ge-schildert, die verschiedenen Stande, Alter, Geschlech-ter und Situationen der Menschen so wesentlich undenergisch gezeichnet, daß ihm der Wechsel des Ortesund der Zeit, Griechenland, Rom, Sieilien und

- .-»k