Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
Entstehung
Seite
359
Einzelbild herunterladen
 

der Poesie und bildenden Künste. 35g

Erzählung; übrigens Hot er seine Ritter- und Fecn-gestalten viel vorsichtiger, als Ar Lost geordnet.-

Zur Zeit der Reformation verschwand mit derWelt solcher Gesänge, der Ritter- und Feenwelt,auch die Art ihrer Darstellung; die Dichterwaren nicht mehr einfache Sänger fremder Begeben-heiten, sondern gelehrte Männer; die uns dasGebäude ihres eignen Kopfs zur Schau bringen woll-ten, indem sie dasselbe wohl durchdacht niederschrieben,damit wirs lesen. Dies gicbt allem eine andreArt und Gestalt. Lassen Sie mich zu dem Zweckeinige englische Dichter partheilos durchgehn-

Von Shakespeare fangen wir an. Er ste-het zwischen der alten und neuen Dichtkunst, alsein Inbegriff beider da. Die Ritter- und Fcen-wclt, die ganze englische Geschichte, und so manchanderes interessantes Mährchen lag vor ihm aufgeschlagen; er braucht, erzählt, handelt sie ab, stelletsie dar mit aller Lieblichkeit eines alten Novellcn-und Fabeldichters. Seine Ritter und Helden , seineKönige und Stände treten in der ganzen Prachtihrer und seiner Zeit vor, die in so manchen Ge-sinnungen, und dem ganzen Verhältniß der Ständegegen einander uns jetzt wie eine aus den Gräbernerstehende Welt vorkommt. Wie oft müssen wirüber die wundersame Einfalt und Befangenheit jenerZeiten lächeln! In dem Allen ist er ein darstcllcn-der"M instrek, der Personen, Austritte , Zeitengiebk, wie sie sich ihm gaben, und zu seinem Zweckdienten. Nun aber, wenn er in diesen Scencn deralten Welt uns die Tiefen des menschlichen Herzenseröffnet, und im wunderbarsten, jedoch durchaus