der Poesie und bildenden Künste. Z43
Sänger oder des Volks gewesen und in ihm vielfachverändert worden. Jetzt nahm sie der Genius derUnsterblichkeit auf: denn das Lumpenpapier war er-funden. Allgemach lernte man lesen, da man sonstden Sänger und Fabclerzählec ,nur hatte Hormkönnen.
So vermehrten sich Chroniken, Romane, all-mählich auch Abschriften der Alten. Wäre die Er-findung des Lumpenpapiers früher gekommen, wieviel weniger wäre untergegangen! wie viel Schätz-bares hatten wir ihr zu danken! und noch sind wirihr sowohl durch Ueberschreibung aus älteren Perga-menten , als durch die von ihr veranlaßten Umarbei-tungen alter Sagen und sonst, viel schuldig.
Was indessen ehemals das Aegyptische Schilf(/ZiZXs;) gethan hatte, daß cs nämlich die griechi-schen Rhapsoden allmählich verstummen machte und,statt ihrer lebendigen Gesänge, Bücher (/Zi/ZX/«) indie Hand gab; das thatcn mit der Zeit auch dieBaumw 0 ll - und L u m p e n sch r i ften. Pro-venzalen und Troubadouren, Fabel-und Minnesingerschwiegen allmählich: denn man saß und las. Jemehr sich Schriften vermehrten, desto mehr vermin-derten sich ganz eigenthümliche, freie Gedanken;endlich ward der menschliche Geist ganz in Lumpengekleidet. Auf diese ward geschrieben, was man le-sen und nicht lesen wollte; mochte eS am Ende sichselbst lesen! —
Nun trat die Bn c h d ru cke re y hinzu, undgab beschriebenen Lumpen Flügel. In alle Weltfliegen sie; mit jedem Jahr, mit jeder Tagesstundedom ersten erwachenden Morgenstrahl an wachsen