der Poesie und bildenden Künste. 3chr
Bürger; sondern nur die zur Gelehrsamkeit oder zuGeschäften Erzogene; Menschen von gutem Ton,Feldherren, Staatsmänner, Kaiser. Man hielt dasSchreiben für etwas Edles, und aufs beste zu schrei-ben für einen Ruhm, der länger als ein Triumphwahrte.
Man nahm sich daher im Schreiben eine be-stimmte Bahn; Zeitgenossen und Freunde theilctensich in dieses oder jenes Feld der Bearbeitung, undwie die römische Sprache imperatorisch gebot, so liebtesic auch in der Schreibart die Kürze, die Bestimmt-heit. Oft kehrte man den Styl um und löschte aus;man glättete und zierte wie die Schreibtafel, so«uch die Gedanken.
Der mühsamere Weg, wie man damals zuBüchern kommen konnte, machte Bücher auch wer-thcr; bei einem höheren Begriff von dem, was sieenthielten, wandte man auch mehr Fleiß auf das,was sie enthalten sollten. Welchen Werth legte Ho-ra z auf seine wenigen Schriften! lange polirt ließer Ein kleines Buch nach dem andern erscheinen,das bei uns wie ein Tropfe in den Ocean fließenwürde. Höchst ausgcarbcitet sütd Virgils Werke;und dennoch war ihm die Aeners nicht ausgcarbeitetgenug. Er wollte, daß sie ihn nicht überlebte. Sosorgfältig hervorgctrieben sind fast alle Schriften, in-sonderheit die Gedichte der Römer. Mit dreikleinen Büchern seiner Elegien wollte Properz vorder Proferpina erscheinen; in sie alle Schönheitender griechischen Elegie gebracht zu haben , diese Ehrewar der Zweck feines Lebens. Setzet ihn, setzetHoraz und wen ihr wollet, in unsre bücher-