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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
Entstehung
Seite
339
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der Poesie und bildenden Künste. 33g4 S.

Siebentes Fragment.

Schrift und Buch druckerey.

Als bei den Griechen die Schrift noch nichtoder wenig im Gebrauch war, erklang die Spracheals ein lebendiges Wort; die Stimme desDichters und seines Sängers war eine Aufbewahre-rin aller menschlichen Empfindungen und Gedanken.Daher die Gestalt der ältesten Poesie in ihrem Reich-lhum an Bildern und Tönen, in ihrer Naturprachtund Naturschönheit; aber auch in ihrer Wandelbar-keit, ihrer Ungewißheit, ihren Fehlern und Mängeln.

Mit Einführung der Schrift ging der größe-ste Theil dieses alten Worts zu Grabe; nur Wenigesvon ihm ward aufbehaltcn und allmählich geregelt.Mit Einführung der Schrift kam Prose auf,Geschichte und Beredsamkeit wurden aus-gebildet; und wenn sich jetzt die Poesie neben ihnenHervorthun wollte, so lief sie Gefahr, stolz, aufge-blasen, und wo sie vom lebendigen Vortrage ganzentfernt war, unverständlich und schwindelnd znwerden. Eben nur der lebendige Vortrag hatte sieehemals im Kreise einer schönen Anschaulich-keit erhalten; auf dem Theater, (die Chöre aus-genommen), erhielt er sie noch lange in diesem glück-lichen Kreise.

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