3Z8 II. Ideen zur Geschichte und Kritik
Licht und Schlitten stellen sie dar; sie contrastirenund gruppircn Gestalten, Sinnesarten und Mei-nungen ohne jene neuere überspanncnde Heucheley,die im Grunde jede Anwendung verwirret und zuletztdie ganze Sittlichkeit aufhebt. Haben wir das Ge-fühl des Anständigen, des Großen, Schönen, An-mukhigcn und Edlen verloren, was halt uns zurück,daß wir nicht arger als Lhierc werden? Verächt-licher sind wir gewiß. Dies Gefühl moralischerSchicklichkeit, Würde und Grazie durch Lesung derAlten in uns zu wecken und zu erhalten, ist um sonölhiger, da in der gegenwärtigen Welt eine Con-venicnz in niederträchtigen, frechen Meynungcn, diefür Grundsätze gelten und im offenen Gebrauch sind,dasselbe ganz zu ersticken drohen. Daß sich zwischenuns und Jenen einige äußere Umstande veränderthaben, und sowohl der Heroismus als der Pa-triotismus eine andre Gestalt gewonnen, darfjenem Gefühl, dem Charakter der Mensch-heit, nicht schaden. Wir können edlere Heroenseyn, als Achill, schönere Patrioten als Hör ci-trus Cocles.
Hier also liegt meines Erachtens die Regel;sie in eine logische, poetische, ethische Regel. Bar-baren kennen sie nicht; losgebundcne Willkühr ver-achtet sie, zerstreuende Gelehrsamkeit geht vorüber.Wer sie fand, wer in seiner Jugend nach ihr gebil-det wurde, der kann sie nicht vergessen; sie hat sichseinem Gemüth eingedrückt, als das Herz seines Her-zens, als die Seele seiner Seele. Ick innere lausest, czuock ckeeet, non c>uock licet. l)uock ckecetdonesturn est, et czuock lionestunr est ckecet.