Z3c> II. Ideen zur Gerichte und Kritik
warts über den jüngsten Tag der Landessprache hin-gusreicht. Sie schreiben nicht für ihre Nation inder sogenannten Vulgär- oder Pöbelsprache, sondernfür Welt und Nachwelt in der einzig -unver-gänglichen Göttcrsprache. Wie wohl wird demLeser in der Geschichte der Literatur, wenn nach zuGrabe getragenen Schoppen (Laioppioruni) diePeriode der eigentlichen Wissen sch aften (Scien-zen) anfangt, in welcher man sich nicht mehr üb^r
Worte und Autoritäten Sc h op p i sc h zankte.-
Endljcb, Wahre Kenner der Alten hat esimmer nur wenige gegeben ! Die Kritik der Sylbenund Worte ist eine unentbehrliche, nützliche Kunst;sie erfordert Genie, Tack, und vor andern viel Kennt-nisse, Fleiß und Uehung; daß sie aber die Kennt-niß der Alten noch nicht sey, von der das Fragmenteine Palingenesic der Dinge herzuleiten scheinet, diesist wobl sonnenklar, Kritiker, wie Rh unken anHcms terhuis schildert, sind selten; auch vondenen, die die Alten mit Geist lesen, wählt jedersich gern seinen Alten, den er über alle hinaus-setzt, nach welchem er dann, auch mit Fehlern undSchwachen, seine Denkart präget. Eine Reibe vonBeispielen wäre anzuführen, aus welchen erhellenwürde, wie selten wir in den Alten sie selbst,wie noch seltner wir in ihnen ihr Höchstes, dashxx Griechen - und Rvmerwelt,ihre Regel des Geschmacks im WahrenGuten und Schönen studieren. Am öfterstenschauen wir sie wie Narcjsse an, denken daran, waswir über sie zu sagen haben, und bewundern un-sre Gestalt in dem slüsigen Spiegel der alten hei-ligen Quelle. Statt an ihnen gehen zu lernen.