dcr Poesie und bildenden Künste. 32 g
sie und Prose nichts einwenden, und finde in ihnenfür mich ein großes Vergnügen; für sich selbst aberwas thciten diese Schriftsteller mehr, als das; sie ih-re Pflicht erfüllten? Muß jeder, der in einerSprache schreibt, in ihr gut zu schreiben suchen: sowäre cs ja dreifache Schande, die Sprache, in wel-cher jene Mömer schrieben, schlecht zu behandeln»Wer in ihr nicht schreiben kann, wie er soll, schrei-be, wenn ers vermeiden kann, in ihr gar nicht: hater in ihr leidlich oder gut geschrieben, so ists ihmnicht mehr Lob, als jedem andern, der in seinerSprache gut spricht, oder einem Flötenspieler, dcrseine Flöte gut spielet. — Wenn Schriftsteller durcheine sogenannte schöne Schreibart, die beikeinem Vernünftigen von einer guten Denkart gc-trennet werden kann, wenn vor allen lateinischeSchönschreiber sich von einer guten Denkartdurch diese Sprache freigesprochcn glauben; wo sindwir denn mit der Regel der Alten? Dieser sorizr-tor denkt an Worte, an Sachen und Gründe wenig.Uebersctzt sein Latein in eine gemeine Sprache; undihr findet die trivialsten Dinge in einem Ton gesagt,vor dem die dcmüthige Landessprache beinahe ver-stummet. Dort ging das gelehrte Kind in einemGängelwagen oder vielmehr der Gängelwagen (mn-bitus vorboruin) ging statt des gelehrten Kindesund nahm cs mit; dem rund - vierccktcn Vehikel ent-nommen, wie erbärmlich ist seine Gestalt, wie schwachund dürftig! Und doch machte man so oft die Er-fahrung, daß unter allen literarisch - Stolzen es fastkeine stolzeren, als die Latcinschrciber, gebe. Siesind die alten Barone, deren Diplom rückwärtsüber das Ehristcmhum, deren Unsterblichkeit vor-