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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
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328
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§23 II. Ideen zur Geschichte und Kritik

dramatische Schöpfung hervorrief. Seitdem habendie Britten den Ae sch plus, Sophokles, Eu»ripides gelesen, commcntirt, übersetzt und emen-diret; aus dem Allen aber ist kein zweiter Sha-kespeare worden.

Zweitens, Au viele Proben haben cs erwie-sen, daß hie Alten kennen und nachahmcn, uns ih-nen noch nicht gleich stelle, da ihre gelehrtesten Ken-ner oft die .unglücklichsten Schöpfer gewesen. Wieging es dem Trissino mit seinem befreiten Ita-lien? dem Gravina und M aff ei mit ihrenDrama's im Geschmack der Alten? Die gelehrtenKenner der Alten, Easa, Bembo u. f. übrestie-gen den Petrarka nicht; den Chiabrera,Redi, Filicaja, Lemcne vermochte ihre Kenntnißder Alten und ihre Gelehrsamkeit sogar vor dem bö-sen Geschmack ihrer Zeit nicht zu sichern. Unterden Engländern war Eowley mit den Alten sehrbekannt; er schrieb und dichtete selbst lateinisch;seine prosaischen Aufsätze sind mit der Bescheidenheitund Würde eines Römers geschrieben; und wel-ches sonderbare Pbantom bildete sich dieser gelehrteDichter an Pindar ein ! Zn ^wie bösen Geschmackerschuf er jene Odcngattung, die seinen Lands-leuten wirklich ein Verderb des Geschmackes ward!— Also Hilst auch hier das Alter für Thorheit nicht;jeder neuere behält seine natürliche Größe, falls erin seinem Studium auch den griechischen und römi-schen Helikon auf einander thürmtc und sich drobenhinauf stellte.

Drittens. Nun kann ich zwar gegen dieschöne lateinische Schreibart vieler Neueren in Poe-