ZaG II, Ideen zur Geschichte und Kritj?
Ich will mich nicht auf den Gemeinplatz einlassen, daß alle echte Kritik und Philosophie der !Neueren nur eine palingenesirte Pflanze der Altensey: denn woher hatten neben den weltbekanntenEommcntatoren, Erasmus, Grotius, Hein-sius, Bo i leau, G ra v in a, der edle Shaf- Itesburi und die wenigen sonst, die ins Herz derKritik drangen, ihre Weisheit, als von den Alten?Eine Spanische, D e u ts c h e, Ir l a nd is ch eKritik gibt cs nicht; aber eine Griechischeund Römische Kritik giebt es. Mit ihr fangtdie Cultur aller Europäischen Landes-sprachen in Poesie und Prose, ja durchaus !das Bestreben nach einem bessern Geschmackin ganz Europa an; den Beweis hievon lie?fcrt die Geschichte,
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Es thut mir leid, daß ich Ihrem Fragment ei- inige Einwendungen entgegensetzen muß; wozu aber ^wäre die Heuchelei auch im Lobe des Geschmacks derAlten nöthig?
Zuerst giebt Ihr Fragment es selbst zu, daßauch vor der sogenanten Erweckung der Alten in je-dem Fach große Männer, Denker und Dichter gelebthaben; und eben so wenig wird bezweifelt werdeii >können, daß seit dieser Entdeckung große Männer egelebt und geschrieben haben, die von den Alten we-