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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
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der Poesie und bildenden Künste. 325

Standes hob mancher sich, ohne daß crs wußte, aufSchwingen irgend eines alten Dichters empor; oderwenn er hiezu nicht Kraft genug batte, kam er dochnachahmcnd dem Geschmack und bessern Vcrstandnißdes Dichters, in dessen Weise er schrieb, naher,und ward, auch nachlallend, mit ihm vertrau-ter. Endlich schloß sich durch die neuere lateinischePoesie eine Gesellschaft zusammen, von dervorher noch keine Zeit gewußt hatte; in Italien,Spanien, Portugal, Frankreich, den britanißchenInseln, den nordischen Königreichen, in Liefland,Pohlen, Preußen, Ungarn, in Deutschland, Hol-land u. f. hat man lateinisch nicht nur versisiciret,sondern hie und da gewiß auch gedichtet. Italien,Frankreich, Deutschland, Pohlen, vor allen Hollandhat Männer gehabt, die mit dem Latein wie mitihrer Muttersprache umzugehcn wußten und in ihmGedichte gaben, die in jeder Landessprache Aufmerk-samkeit gebieten würden. Selbst die Vortrefflichen,die der Sprache und Poesie ihrer Nation eine besse-re Gestalt gaben, hatten diese meistens im Lateini-schen Zuerst versucht, wie außer den .Jtalianern dieBeispiele Miltons, Cowlcys, Grotius,Hcinsius, Opitz u. f. zeigen. Fast alle Refor-matoren : Erasmus, Luther, Zwingli,

Melanchthon, Eamerarius, Beza u. f.waren Liebhaber der Alten, Liebhaber der Griechischenund Lateinischen Dichtkunst. Die gebildetsten Staats-männer, wie Thomas Morus, de Thou,Hopital u. f. Botschafter, Papste, Eardinalewaren lateinische Dichter. Ein Helikon vereinigtesie und weckte Stimmen vom Aetna bis zum Hekla,vom Ausfluß des Tago bis zur Weichsel und der Düna.

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