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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
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322 II. Ideen zur Geschichte und Kritik

aufgeklärt hat; mit ihnen haben wir empfangen, wasallein den Geschmack sichert, V e r h ä l t n i ß, Re-ge l, Richtmaas, Form der Gestaltenim weiten Reiche der Natur und Kunst,ia der gesummten Menschheit.

Warum z. D. ist die bloße G al a n tc rie derLiebe ein falscher, mithin auch ein unpocti'schcr Ge-schmack? Weil sie etwas Unwahres in sich halt,das der reinen Sprache des Herzens undGeistes, wie es die Poesie feyn soll, unwerch ist.Jene Galanterie giebt Dingen einen Werth, den sieunsrer eignen Ueberzeugung nach nicht haben; siemahlt Schönheit und Liebe mit falschen Reizen, undvergiftet darüber der herzergreifenden Wahrheit. AusMangel des Gefühls übertreibt sie; sic spielt mitBildern und Wendungen, mit Witz und Worten-

-Echte Poesie also und eine falsche Galanterie

sind unvereinbar. Möge ein verdorbener Geschmackder Zeit, möge die Mode sie dafür erkennen; derZeitgeschmack geht vorüber, die Mode wird lächerlich,und späterhin macht die falsche Schminke das schöneGesicht sogar häßlich. >—

Warum ist die ü b e r t r i e b e n c Ri tte rwür-d e ein falscher Geschmack? Weil sie als bloßes Ri-tual Herz- und seelenlos, steif und lächerlich ist.Feierlichkeiten wird ein Werth gegeben, den sie nichthaben; Misverhältnisse werden mit einem Schaum-golde überdeckt; geistlose Härte wird als ein Idealder Männlichkeit gepriesen. Die Zeit kommt undstreicht mit rauher Hand das Schaumgold hinweg;sie rückt die Stände anders und sofort ist jeneMis-gestalt unter einem eisernen Harnisch sichtbar. Alles