der Poesie und bildenden Künste. 32 r
nicht etwa nur elegante lateinische Verse; man las,man übersetzte die Alten; Macht avell u. a.dachten ihnen männlich nach. Künstler erschienen,die im Geschmack der Griechen nnd Römer verzier-ten , bauetcn, bildeten, mahlten; das himmlischeGenie Raphael erschien, von einer GriechischenMuse mit einem Engel erzeuget. Da erklang einLied im höheren Tone; cs sing wirklich eine neueDenkart mit einer neuen Zeit an : denn auch dieBuchdruckerkunst war erfunden, eine neue Wellwar entdeckt, die Reformation entstand. U. f.
Es hieße klein uüd eingeschränkt denken, wennman diese neue Gcdankcnform blos Nach dem beur-theilte, was sie damals hcrvorgcbracht hat, nicht nachdem lebendigen Samen, der in ihr zur künftigenHervorbringung dalag. Sey cs, daß die ersten Nach-ahmungen der Alten zu sklavisch waren, daß die er-ste Kritik sich zu sehr an Worte hielt und darüberoft den Geist nicht erreichte. Sey es, daß kein la-teinischer Dichter dieses glücklichen Jahrhunderts Ei-nem alten Dichter gleich käme; was schadets? Dieersten gedruckten Ausgaben alter Autoren waren auchdie vollkommensten nicht; indessen kamen sie weitumher und machten die Grundlage nicht nur zu bes-sern Aussagen, sonder» auch zu vielen, vielen neue»Gedanken. Obne Wiedererweckung der Alten wärekeine neue Philosophie und Beredsamkeit, keine Kri-tik, Kunst und Dichtkunst entstanden; Europa sä'ße noch in der Dämmerung, und labte sich anaben-theuerlicheN Ritkerromanen. Das Licht dev Altenists, das die Schatten verjagt und die DämmerungHerdersWerke z. schön.Lit.ü,Kunst, Vtl. F