220 11 . Idee» zur Geschichte' und Kritik
ihr diese Regel gewähren; nur Ein Mittel war da-zu, die Wiedererweckung der Alten.
Immer hatten diese, auch in den dunkelstenJahrhunderten, einige Liebhaber, sogar Nachahmergefunden, ob man von ihnen gleich nur wenige kann-te und diese wenigen in einer finstern Lust durch ei-nen häßlichen Nebel ansah. Bekanntlich war Pe-trarca einer der Ersten, 'der sich durch unablässi-gen Fleiß eine fast elastische Denkart angcbildet hat-te, ohne welche er seine liebliche Nulgarpoesieschwerlich hatte erschaffen mögen. Ihm folgten meh-rere Liebhaber und Bewunderer der Alten, bis nacheiner langen Morgcnröthe endlich Heller Tag anbrach.Dom Orient aus kamen die vertriebenen griechischenMusen nach Italien; mit einem wunderbaren En-thusiasmus für die Sprache, die Werke und Wissen-schaften der Griechen wurden sie ausgenommen undAlles belebte sich neu. Laß es fc»n, daß fortan, in-sonderheit im nächsten Jahrhundert, die Landesspra-che keine Dichter bekam, wie Dante und Pe-trarca gewesen waren; beide, insonderbcit derletzte hatte in seiner Art die Blüthe binweggebrochcn;so daß kein Nachahmer ihn übertreffen konnte.Dafür aber öffnete sich eine Aussicht, die zehntau-send Petrarchisten nicht hätten eröffnen mögen. P o-iiziano, Pico, Bembo, Castiglione,Casa, und so viel andere Geschichtschreiber, Dich-ter, Philosophen und Philologen schrieben nichtnur elastisch Latein; sondern einige derselben dach-ten auch klassisch, und erwäg ten die Wecke derAlten. Die Strvzza, Sannazar, Frac ei-st or, Vida, und so viele, viele andre schrieben
nicht