3r^ II. Ideen zur Geschichte und Kritik
2 . Tapferkeit. Auch der Werth einesMannes, der nach reinen Begriffen des Ritter-thums um Ebre streitet, ist nicht von geringer Art.Schwache zu beschützen, die Unschuld zu vcrtheidigenauch im heftigsten Streit sich nichts Unwürdiges zuerlauben, im Feinde noch den Mann zu erkennen,im Ueberwundencn den Tupfern zu ehren, endlich,die wehrlose, die kranke Menschheit mit ritterlicherHand zu pflegen, zu warten; dies alles warenPflichten des Rittcrthums, die, freilich mit großenAusnahmen, allesammt auch nur unter dem Man-tel der Religion, und noch nicht als reine Ob-liegenheiten des Menschen gesungen undeingeschärft wurden. Sie öffneten indeß einer allge-meineren, reineren und höheren Tugend die Schran-ken, als selbst in einem weit engeren Bezirk vonder alten Heldensage der Griechen und Römer ge-priesen werden konnte. Wenn Andacht, Liebeund Tapferkeit reiner Art sich ritterlichtin ein-ander verweben, crnicdern sie den männlichen Cha-rakter nicht.
3. Liebe. Hier findet wohl kein Zweifel statt,daß die Hochachtung und zarte Behand-lung des weiblichen Geschlechts, welcheAraber und Normanncr in Romane und Poesiebrachten, die sich auch mit dem Dienste der beili-gen Jungfrau und dem Christenthumüberhaupt wohl vertrug, eine Blume scy, die Grie-chen und Römer eben nicht vorzüglich cultivirten.Größtcnthcils besangen diese im Weibe nur das Wuboder gar eine Buhlerin, eine Hetara. Da das nörd-liche Klima Lustbarkeiten, wie sie Horaz oder P e-