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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
Entstehung
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der Poesie und bildenden Künste. 3r3

in seiner sterblichen Hülle gegeben, sich formlos insFlammenmeer der Cotthrit zu versenken; aber auchnur im Abglanz diese Sonne, das höchste Idealmenschlicher Gedanken, zu betrachten, erquickt underheitert. Die Poesie der mittleren Zeiten hatte sichhiezu daS Bild des ewigen Vaters, des Soh-nes Gottes und seiner Mutter, der heiligenJungfrau, ausgemahlt und in das letzte inson-derheit ein hohes Ideal weiblicher Tugend, alle Gra-zie ihres Geschlechts, geleget. Jungfräuliche Keusch-heit, Huld und Anmuth, eine sich selbst unbewußteHoheit und Würde, mütterliche Liebe, schweigendeGeduld, Großmuth, Hoffnung, endlich ei» stillerDank- und Kreudcngenuß jenes überschwenglichenLohns, dessen sich die Wohlthatige jetzt in Ewigkeitwcrth macht — alles dies ward nach und nach vonder dichtenden Andacht in sie gesenkt, in ihr besun-gen und gepriesen.

Der Werth der Heiligen, die Märtyrer wa-ren, scheinet von geringerer Art; die Tapferkeitder Seele aber, die um des Bekenntnisses derWahrheit willen Leiden ertragt und Martern erdul-det; jene stille Großmuth, die verkannt cin-hergcht, die Reichthum, Wollust, und niedrigenRuhm verschmäht, unbillige Verachtung, Schmachund Hohn für nichts achtet und dennoch wohlzuthunfortfahrt; die Heiterkeit der Seele endlich,die, durch Einfalt, Unschuld, Zuversicht und Erfah-rung bewahrt, in der Wolke des Todes den offnenHimmel sieht, und das Lied der Voremgegangcnenhöret; eine Andacht dieser Art ist mehr als ei-ne Hcldenwürde von außen. Und cs sangen sic soviele Hymnen, so prächtige Canzoncn.