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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
Entstehung
Seite
311
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der Poesie und bildenden Künste. 3n

fordert. Oder um diesem Einerlei zuvor zu kommen,mußte sie sich ins Ungeheure, ins Unmögliche ver-lieren , hier eine brutale Macht loben, dort Ahnen-stolz, Räubcrglück oder leeren Glan; preisen. Wi-der Willen mußte sie oft langweilig, oft geistlos undunmoralisch werden, weil sie geistlose Menschen inzwecklosen oder unmoralischen Lhatcn zu schildernhatte, und auch bei großen und guten Zwecken siemit zu viel falschem Glanz vcrguldcn mußte.

Andacht endlich. Blos als Feierlichkeit be-handelt, ermüdet sie und laßt die Seele bald leer-,als eine Verbindung mit dem Unendlichen, als An-schauung des Unermeßlichen betrachtet, erhebt siezwar die Seele, entzückt sic aber auch in einen Glanz,in welchem der Poesie zuletzt jede Form schwindet.Soll Andacht aber sogar Miffethat versöhnen, es scymit leeren Gebrauchen, oder mit Geschenken undVermächtnissen, ohne daß dem Unterdrückten Erstat-tung geschehe; o! da wird sie dem Mcnschcnsinn,dem moralischen Gefühl widrig und auch im schön-sten poetischen Nachbilde verächtlich.

Alle diese Mangel und Laster entsprangen ausdem Verderben der Religion und Sitten damaligerWelt in obern und untern Standen; eine fröhlicheWissenschaft, die, an Höfen entstanden, von Gro-ßen genährt und nur zur Zeitkürzung gebraucht ward,konnte und wollte die Schwächen des Jahrhundertsweder abthun noch versöhnen. Sie dachte an denInhalt einer Erzählung nur sofern als dieser Inhaltvergnügte, und cs war Sitte der Zeit, sich bis-weilen auch langweilig und gemein zu vergnügen.Das Ohr des Volks, vor welches zuletzt diese Di-