der Poesie und bildenden Künste. 3c>7
tens; in wenige, wenige Knoten ist alles unser In-teresse gcknüpftt.
In dieser Rücksicht nun kann sman freilichdie Geschichte der Dichtkunst d. i. die Geschich-te menschlicherEinbildungeN undWün-sche, und, wenn ich so sagen darf, des süßenWahns der Menschheit, der aufs feurig-ste ausgedruckten Lei denft Haft en undEmpfindungen unsres Geschlechts,nicht allgemein und im Großen genug nehmen.Wie ganzen Nationen Eine Sprache eigen ist, sofind ihnen auch gewisse Lieblingsgänge der Phantasie,Wendungen und Objecte der Gedanken, kurz einGenius eigen, der sich, unbeschadet jeder einzel-nen Verschiedenheit, in den beliebtesten Werken ih-res Geistes und Herzens ausdrückt. Sie in diesemangenehmen Irrgarten zu belauschen, den ProteuSzu fesseln und redend zu Machen, den man gewöhn-lich Nationalcharakter nennt, Und der sichgewiß nicht weniger in Schriften als in GebräuchenUnd Handlungen der Nation äußert; dies ist einehohe und feine Philosophie. In den Werken derDichtkunst, d. i. der Einbildungskraft und der Em-pfindungen wird sie am sichersten geubet, weil indiesen die ganze Seele der Nation sich am freie-sten zeiget.
So ist es auch Mit dem Geiste eines oderMehrerer Zeitalter, so viel dieser Name un-ter sich begreifet: denn jedes Zeitalter hat seinenTon, seine Farbe; Und es giebt ein eignes Ver-gnügen , diese im Gegensatz Mit andern Zeiten ktef-
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