der Poesie und bildenden Künste.
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Wie mir immer eine Furcht ankommt, wennich eine ganze Nation oder Zeitfolge durch einigeWorte charakterisiren höre: denn welch eine unge-
heure Menge von Verschiedenheiten fasset das WortNation, oder die mittleren Jahrhunder-te, oder die alte und neue Zeit in sich! ebenso verlegen werde ich, wenn ich von der Poesieeiner Nation oder eines Zeitalters in allge-meinen Ausdrücken reden höre. Die Poesie derItaliener, der Spanier, der Franzosen,wie viel, wie mancherlei begreift sie in sich! undwie wenig denket, ja wie wenig kennet der sie oft,der sie am wortreichsten charakterisiert!
Wenn ich meinen Dante und Petrarca,Ariosto und Cervantes las, und jeden dieserDichter, wie meinen Freund und Lehrer, von innenaus kennen lernen wollte: so war es mir angenehm,ihn als einen Einzigen zu betrachten. Zu die,sein Zweck suchte ich alles auf, was in ihm liegt,was rings um ihn zu seiner Bildung oder Misbil-dung beigetragcn. Die ganze Dichterwelt vor undnach ihm verschwand vor meinen Augen; ich sähenur ihn. Und doch wurde ich bald an die ganzeNcihc der Zeiten erinnert, die vor ihm war, dienach ihm folgte« Er hatte gelernt und lehrte; erfolgte andern, andre ihm nach. Das Band derSprache, der Denkart, der Leidenschaften, des In-halts knüpfte ihn mit mehreren, ja zuletzt mit al«
HerdcrsWerke z. schön.Lit.u.Kunst. VII. U