304L-. II. Ideen zur Geschichte und Kritik
eines christlichen Ritterthums, den Herden undUngläubigen entgegen. Als ulte, vom h. JacobuSbekehrte, Christen waren sie in die Gebirge geflohen;als solche hielten sie sich in ihnen fest und erobertenihr Land wieder. Als solche waren sie zu stolz, sichmit Maurischem Blute zu vermischen, und entvölker-ten dadurch ihr Land; als solche waren sie in frem-den Wclttheilen stolz und grausam. Ihr Vortreffli-ches und ihre Fehler kommen aus Einer Quelle;aus welcher mit beiden, mit Fehlern und Lugenden,auch ihre Poesie und Sprache floß. Diese stehetzwischen der italienischen und altrömischcn in derMitte; an Majestät und Würde der Mutter ähn-licher, als eine ihrer Schwestern; voll Wohlklangcsfür die Musik, und in dieser fast eine heilige Kir-chensprache. Nicht lief sie, wie die Prvvenzalin,auswärts umher; sie war stolz und blieb zu Hause,brachte aber in ihrer schön m Wüste unter manchemSonderbaren und Abentheuerlichcn edle Früchte.Vielleicht giebt es keine scharfsinnigern Sprüche undSprüchwörtcr, als in der spanischen Sprache; vonAlp ho ns dem Weisen an, hat sie in allenProduktionen diesen Charakter behauptet. Ihre Er-zählungen, Theaterstücke und Romane sind voll Ver-wickelungen, voll Tiefsinnes , und bei vielem Befrem-denden voll feiner und großer Gedanken. Ihre Syl-benmaaße sind sehr wohlklingend, und die Leidenschaftder Liebe steigt in ihnen oft bis zum schönen Wahn-sinn. Sie sind veredelte Araber; auch ihre Thorhcithat etwas Andächtiges und Erhabnes.