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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
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3oo II. Ideen zue Geschichte und Kritik

In der Periode des neueren französischen Ge-schmacks. wer waren ihre ersten Meister? Villonund Rabelais, Marot und seines gleichen, diedurch muntre Einfalle und Erzählungen bleibendenEindruck machten; die ernsthaften Dichter gingen indie Vergessenheit über. Frankreichs Philosoph warMontag ne, der so vieles von sich selbst und vonandern zu erzählen wußte.

Im goldncn Zeitalter Ludwigs endlich warein Erzähler, la^owtains, wohl das cigcnthümlich-sie Genie, dessen Grazie nicht veralten wird, solangedie französische Sprache daurct. Eine zahlreicheMenge von Erzählern in jeder Gattung des Styls,prosaisch, poetisch, burlesk, komisch, war vorherge-gangen und folgte. Bei Voltaire ist lustige Er-zählung vielleicht sein glücklichstes Talent; die Pro-phetin von Orleans und Guillau me Vade ge-langen ihm besser als die Henriade. Dies Talent,das in Marmontel, Diderot, Eazotte undso vielen andern immer neue Früchte gebracht hat,solch wahrscheinlich auch bringen wird, so lange einFranzose oder eine Französin die Lippen beweget,hat ihrer Sprache in Allem, selbst in den ernsthaf-testen Wissenschaften, jene Klarheit und Nettigkeit,jene muntre Pracision gegeben, die beinah ganzEuropa zur Nachahmung erweckt hat. Discoursheißt der Genius ihrer Schreibart. Alles ist ihnenklar; was sie wissen und nicht wissen, können unddürfen sic erzählen.

Repräsentation ist der zweite Zug ihresentschiedenen Charakters. Das Volk rcprasentirtgern und liebte von jeher Repräsentationen. Schon