der Poefle und bildenden Künste. 299
herrschend; sie conversiren singend, sie sin-gen dichtend.
Der Zweig der Provcnzalischen Dichtkunst, dersich in Fr an kr eich verbreitete, trug andere Früchte.Die Französische Sprache, die lange nicht so sangbarwar, als die Italienische, hatte desto mehrere Lust zuerzählen, und zu repräsentier». Sie nahmalso von ihren Provcnzalen einerseits vorzüglich dieLontos und kabliaux auf, die bald zu großen Ro-manen ausgebildet wurden. Andrerseits gefielen der-Nation die Geberde »spiele der lVlurars, Lo-mir?, klLisaniins so sehr, daß sie mit der Zeitauch Spiele der Nation wurden, aus welchen zuletztdas Französische Theater hervor ging. Wirwollen von beiden Charakterzügen dieser Nation,vom Erzählen und Repräsenliren, dengroßen Erweis der Zeiten bemerken.
Muntre Erzähler sind die Franzosen von je-her gewesen; das ganze Gebilde ihrer Sprache trägtdavon den Charakter. Schon unter Philipp Au-gust reimte man Mährchcn; unter Philipp demKühnen fanden die Fabelerzähler allenthalben Zu-tritt; zahlreiche Romane von Artus und seinenRittern, von Karl dem Großen und seinen Paics,vom Amadis und so vielen andern Helden derTapferkeit und Liebe wurden in Frankreich zwarnicht erfunden, aber ausgebildet, als dieNormännerdiesen Zweig der Dichtkunst blühend machten. Sieverbreiteten sich nach England, Spanien, Italien,zuletzt nach Deutschland.