2Z4 H- Idem zur Geschichte und Kritik
der Italiener, mit Pindar oder Hora; verglichen,hat, wie es uns Deutschen scheint, viel Deklamation,viel prosaische, rednerische Schönheit. Wie anders?Auf diese schöne gereimte Deklamation war die Ean-zone angcleget. Die Stanzen (ottavs rinne) sindhallende Kammern; *) jede Abtheilung in ihnen, zu-letzt der Schluß jeder Stanze, sil clnvs) halt unsmelodisch an, damit er uns weiter fortführe. Vor-trefflich. Aber der Hexameter der Alten ist ein lan-ger unermeßlicher Gang, wo nichts uns aufhalt;wir wandern ungestört fort, und haben den Blickimmer am Ziele. So könnte man mehr vergleichen;wozu aber die Vergleichung, wenn sie den Genußstöret? Die Poesie der Italiener ist, was sic ihremUrsprünge nach sepn wollte, Unterhaltung,acccntuirte Konversation; das ist ihr Stand-punkt. Ein Sonnet, ein Madrigal wird addressirt;eine Eanzone wird abgesandt und bekommt am Schlußcigne Verse als ein Ereditiv mit, ein Siegel derSendung, (il Lornmiato äslla Lanrone). Arso stschrieb seinen unsterblichen Orlando, daß er ipGesellschaften gelesen werden, daß er als ein Fa-belbuch angenehm unterhalten sollte.' Dazuschrieben Bernardo Lasso, Fortinguerra,Tasfoni, Marino, und jene unzählbare SchaarItalienischer lustiger Dichter. Wenn Torquatonebst wenigen andern sich höher erhob, so erhebt ihnder Inhalt seines Gedichtes; im Ganzen aber ver-folgt er den Zweck alstr seiner Brüder.
*) Anspielung auf das Wort Ltanr-,, das ein Zim-mer, eine Kammer bedeutet.