der Poesie und bildenden Künste. 179
Stärke in der menschlichen Natur, noch kein höch-stes Ideal giebt; eine wohltbatige Güte aber inHerkules Thaten schwerlich sichtbar geinacht werdenkönnte: so ging seine Zdee gleichsam Mit der Zeitnicht mit; er blieb ein Colvssus der alten Fabel.Uns zumal dünken seine riesenhaften Schenkel auchin Glykons Kunstgebilde ungeheuer und geistlos.
Lieber verweilen wir z. B. an LaokooNsBilde. Der bcilige Mann, der durch seinen verstän-digen Rath ein Retter des Vaterlandes werden woll-te, und dadurch die feindliche Göttin erzürnte, wirdmit seinen geliebten Kindern, die am Altäre Nebenihm dienen, von ungeheuren Schlangen. ergriffen,und Mit Jenen zu einer Todesgruppe verschlungen.Sein ArM, ftine Brust, seine Seele hat ausgc-kampft; das Gesicht gen Himmel gekehrt, athmcker sie aus in einem uncrmcfili'h tiefen, langen Seuf-zer. Fürchterlich - schöne Gruppe; ein Ideal derKunst auch für das Gefühl der Menschheit. Reinerkann schwerlich ein Märtyrer gedacht, rührender undzugleich bedeutend schöner im Kreise der Kunst schwer-lich vorgestellt werden. Die Schlangen verunzierennichts, und in ihren Banden macht der stuwmeSeufzer des Leidenden eure Wirkung, die St. Se-bastian, Lorenz und Bartholomäus nichtgewahren mögen. Herkules auf dem Berge Detawar zu solchem Zweck nicht bildsam. Zu welcherschrecklichen Sprache könnte der Seufzer LaokooNslautbar gemacht werde«, wcNN wir ihn wie den Phi-loktetes auf Lemnus, jammern hörkett ! —
Nicht aber Laokoon; Ihr scyd meine Heldett
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