rk>8 II. Ideen zur Geschichte und Kritik
erfand sie das Geschöpf, dp» Mensch heißt, indessen Gliederen sie alle sicegeln der Vollkommen-heit, nach denen sie in ihren andern Werken, teil-weise und zcrstreuer, m>r ungeheurer Kraft und un-übersehlichem Rcichtbume gearbeitet harte, im klein-sten Raume, im wirksamsten Leben zusammendrangte,Kräfte, die sie in andern Elementen, dem Wasser,der Luft, oder auch auf der Erde, in großen Orga-nen auszubildcn sich Zeit und Raum nahm, deutetesie im Menschen oft nur an, ordnete aber alle dieseMillionen Kräfte und Gesühlsartcn in ihm so künst-lich, so harmonisch zusammen, daß er nicht nur alsein Inbegriff aller dieser Fühlbarkei-ten unsrer Erde, (wenn mir der Ausdruck er-laubt ist), sondern auch als ein Gott dastehet, derdiese in ihr zusammengedrängte, in seiner Natur be-griffene Gefühle selbst zusammenstellt, schätzet undordnet. Die ganze Natur erkennet sich in ihm, wiein einem lebendigen Spiegel; sie sichet durch seinAuge, denkt hinter seiner Stirn, fühlet in seiner Brust,und wirkt und schaffet mit seinen Händen. Dashöchst-ästhetische Geschöpf der Erde mußte alsoauch ein nachahmendes, ordnendes, darstellendes, einpoetisches und politisches Geschöpf werden.Denn da seine Natur selbst gleichsam die höchsteKunst der großen Natur ist, die in ihm nach devhöchsten Wirkung strebet; so mußte diese sich in derMenschheit offenbaren. Der Bildner unsrer Gedan-ken , unsrer Sitten, unsrer Verfassung, ist einKünstler; sollte also, da Kunst der Inbegriffund Zweck unsrer Natur ist, die Kunst, diesich mit dem Gebilde des Menschenund allen ihm einwoh »enden Kräften