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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
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166 II. Ideen zur Geschichte und Kritik

lehrend. Denn eine Schönheit, die keine Liebe er-regt, eine Liebe, die nur Bewunderung ist, undohne Kumpf mit sich, ohne Fehler und Schwachhei-ten, seufzet, sind ohne Reiz und Anwendung. Vonallem Sittlich - Schönen im weiblichen Charakterpflückte Petrarca die Blhthe, und wand seiner irdi-schen Freundin, die er vielleicht nur hie und da inseiner Jugend gcsehiz haben mag, die eines andernMannes Weib und Mutter von Kindern war, diediese Gedichte vielleicht nicht verstand, die wenigstensah, (denn die schönsten sind nach ihrem Tode ge-dichtet), einen unsterblichen Kran; uin ihre unschul-digen Schlafe. Wer den Geschmack der pryvcnzali-schen Poesie, wer die Lsgtrics des Dante kennet,wird hieran nicht zweifeln, und die Mühe bedauern,die der Lcbeusbeschreiber Petrarca's, ein Abkömmlingder angeblichen Laura, auf die Anwendung jedesZuges, der ihre Person betreffen soll, gewandt hat.Jeder Liebhaber kann und soll seine Laura in Pe-trarca's Gedichten finden; er soll sein Her; mitallen Schwachheiten auch darin finden und die Läu-terung wahrnehmen, die ein reiner weiblicher Cha-rakter im Gemürhe sowohl des Jfinglinges, als desMannes bewirken soll und kann. Hiezu steht Laurada; und ich wüßte nicht, ob es einen schöner» Zweckder Poesie der Liebe gebe? wenn einmal dieseGattung Poesie da scyn soll, Gegen die römischenDichter des Amors, Horaz, Trbull, Proper;macht Petrarca, der Idee seiner versi volZari nach,keinen kleineren Unterschied , als den er der Sprache,den Nationen und Zeiten selbst nach machen mußte.Von unsern erotischen Dichtern steht er in gleichemMaaße gesondert. Da es indessen doch wohl Niemanden