"3. II. Ideen zur Geschichte und Kritik
Geliebt von ihnen wohnen, wo du nichtDen Lhieren mehr, wo du dem Landmann singst.Ach, sprach sie, laß mich hier in meiner Einsamkeit.Der Menschen Umgang bringt mir nur das Unrecht,Den Schmerz zurück, den ich von ihnen litt.
Am liebsten nimmt diese alte Philomele an denstummen Klagen der Menschen Theil, die sich ihrerEinsamkeit nahen. Cie bemerkt die Mienen ihresverschwiegenen Grams, den sie selbst einst ihrerSchwester nur in stummen Bildern entdecken konn-te ; seit ihr die Götter ihre Stimme Wiedergaben,gebraucht sie dieselbe also am liebsten zum Tröste dessprachlosen Kummers der Meyschheit.
Einen ihrer Gesänge belauschte ich neulich zueiner Zeit, da Nachtigallen sonst schweigen, und thci-le Ihnen solchen, wie ihn ein Freund ausschrieb, mit.
Philomele in Tiefurt.
Hast du die Klagen gehört, die jüngst vom ein-samen Aste ^
An den Ufern der Zlm Philomcla tönte? Mit kamenEinige Laute davon; vernimm von ihnen den Nachhall.
„Wie so blätterlos ist der Hain! Wie leer dasGesträuche!
Keine Stimme ertönt, als nur der Raben und ElsternHeisres Geschrei. Es klettert und pfeift die diebische
Meise
An den Orten, die sonst nur meine Lieder erfüllten.