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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
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124 II. Ideen zur Geschichte und Kritik

einmal mit den Gesetzen dahin verbanden, uns dieTugend liebenswürdig und das Laster verhaßt zumachen! Des Philosophen Pflicht ist es, sie dazueinzuladen; er muß sich an ^en Dichter, an denMahler, an den Tonkünstler wenden, und ihnenauf das nachdrücklichste zurufen:o ihr von hohemFähigkeiten, warum hat euch der Himmel begabt?" Wird er gehört, so werden gar bald die Mauernunsrer Pallaste nicht mehr von Gemahlden der schänd-lichsten Wollust bedeckt seyn; unsre Stimmen werdennicht langer die Verkündigerinnen des Lasters seyn;und Geschmack und Tugend werden dabei gewinnen."

Ich habe manchmal gedacht, daß man garwohl die wichtigsten Stücke der Moral auf demTheater abhandeln könnte, ohne dadurch dem feuri-gen und reißenden Fortgange der dramatischen Hand-lung zu schaden."

Nicht Worte, sondern Eindrücke will ich ausdem Schauplatze mitnehmen. Das vortrefflichsteGedicht ist dasjenige, dessen Wirkung am längstenin mir dauert."

O dramatische Dichter! Der wahre Beifall,nach dem ihr streben müßt, ist nicht das Klatschender Hände, das sich plötzlich nach einer schimmern-den Zeile hören läßt, sondern der tiefe Seufzer, dernach dem Zwange eines langen Stillschweigens ausder Seele dringt und sie erleichtert. Ja, cs gicbteinen noch heftigeren Eindruck, den sich aber nurdie vorstellen können, die für ihre Kunst geborensind, und es voraus wissen, wie weit ihre Zaubereygehen kann: diesen nemlich, das Volk in einen Stand