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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
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»22 II. Ideen zur Geschichte und Kritik

So erlaube ich auch der Orsina, (die nothwen-dig mit Mäßigung gespielt werden muß), ihre Ver-höhnung des Marinclli, selbst ihre höllische Phan-tasie im siebenten Auftritte des vierten Akts. Wennsie nicht den Mund öffnet, wer soll ihn öffnen?Und sie darfs, die gewesene Gebieterin eines Prin-zen, die in seiner Sphäre an Willkühr gewöhnt ist.Als eine Beleidigte, Verachtete muß sie anjetzl über-treiben, und bleibt in der gcößesten Tollheit dieredende Vernunft selbst, ein Meisterwerk der Erfin-dung.

So auch das Uebereilen des Plans, das Hin-einkappen des Prinzen, und vor Allem, seine unbe-scholtene Rechtfcrtigkeit, Alles veranlaßt, gebilligt,^ und am Ende doch, nachdem der Plan verunglückt,nichts befohlen, nichts gethan zu haben. In weni-gen Tagen, fürchte ich, hat er sich selbst ganz reingefunden, und in der Beichte ward er gewiß absol-virct. Bei der Vermählung mit der Fürstin vonMafia war Marinelli zugegen, vertrat als Kammer-herr vielleicht gar des Prinzen Stelle, sie abzuholen.Appiani dagegen ist todt; Odoardo hat sich in seinerEmilie siebenfach das Herz durchbohret, so daß cskeines Bluturcheils weiter bedarf. Schrecklich!

Als ich, voll dieses Eindrucks, nach Hause'kam, siel Diderot mir in die Hand, und zwarfolgende Stelle:

Der Schauplatz ist der einzige Ort, wo sichdie Thräncn des Tugendhaften und des Bösen ver-mischen. Hier läßt sich der Böse wider Ungerech-tigkeiten aufbringen, die er selbst begangen hätte;