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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
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i 2 o II. Zdeen zur Geschichte und Kritik

scheinigen und gegenbescheinigen vor ihr auf dieschärfste, freieste Weise.

Lessing kannte diesen Prozeß über die innereEhrlichkeit eines Charakters aufs genaueste; seinTellheim ist ein von allen Seiten geprüfter, mi-litärischer Charakter; alles, was um ihn steht, wasihm begegnet, sichtet ihn das ganze Stück hindurchmoralisch. Wen solche Komödien und Trauerspielenicht bearbeiten können, der möchte durch Worteschwerlich zu bearbeiten seyn.

Man rückt Lessingen vor, daß er die zartesteWeiblichkeit, das über allen Ausdruck reizende je nssai8 czuol des schönen Geschlechts nicht gekannt undsolches eben sowohl in der Emilie als der Minna,der Recha als der Orsina verfehlt habe. Sie sind,sagt man, bei ihm Kinder oder Männer, Heldenoder schwache Geschöpfe.-- Zch kann über die-

sen Punkt nicht entscheiden. Sollte cs aber keinenUnterschied geben, wie ein weiblicher Charakter imRomane und auf der Bühne erscheinen darf? Dasneuere Theater ist bei allen Völkern Europa's, vor-züglich Spaniern und Franzosen, aus romanhaftenErzählungen und Sitten entstanden; sollte es diesenicht ablcgen dürfen? ja, sollte es sie endlich nichtoblegen müssen, da diese fremde Schminke aus derwirklichen Welt theils schon verbannet ist, theils inManchem offenbar ihrer Verbannung zueilck? DasTheater der Alten kannte diese romantische Schmin-ke nicht, und doch waren ihre Weiber Weiber.

Wie dem auch sey, in diesem Stücke getrauteich mir, den Charakter der Emilie, Orsina, ge-