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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
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Seite
118
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n3 II. Ideen zur Geschichte und Kritik

wärtiqen Gemüthsstimmung mit den verschiedenstenPersonen, Männern und Weihern, mir Künstlerund Eanzler, Kammerhcrr und Kammerdiener, miteiner Geliebten , die er jetzt nicht geliebt haben, undeiner andern, die jetzt von ihm eben nicht geliebtseyn will, mit dem Vater, der Mutter, dem Bräu-tigam derselben, ja mit sich selbst in Gespräch undHandlung; er unterläßt auch keine Gelegenheit, injeder dieser Situationen eigentlich nach dem Ringezu rennen, und wenn mir der Ausdruck erlaubt ist,das Prinzliche dabei zu charakterisiren. Nie-mand wird unverschämt genug seyn, deshalb dasStück eine Satyre aus die Prinzen zu nennen:denn nur dieser Prinz, ein italienischer, junger,eben zu vermählender Prinz ists, der sich dieseSpaße giebt und bei Marinelli andre zuläßt. Auchist sein Stand, seine Würde, selbst sein persönlicherCharakter in Allem zart gehalten, und mit wahrerFreundlichkeit geschcnet. Am Ende des Stücksaber, wenn der Prinz sein verächtliches Werkzeugselbst verachtend von sich weiset, und dabei ausruft:Gott! Gott! ist es zum Unglücke so mancher nichtgenug, daß Fürsten Menschen sind; müssen sichauch noch Teufel in ihren Freund verstellen?" unddie unschuldige Braut dabei im Blute liegt, derVater, ihr Mörder, sich eben vor diesen Fürsten,als vor seinen Richter stellt, Marinelli, der Unter-händler dieses Gewerbes, sich noch bedenkt, denDolch aufzuheben; wer ist, dem, wenn in solcherSituation der Vorhang sinkt, nicht noch andre Ge-danken , außer dem, den der Prinz sagt, in dieSeele strömen? Nokhwendig fragt man sich, wiewird das Gericht über den alten Odoardo ablaufen?