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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 7 (1821) Abhandlungen und Briefe
Entstehung
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ii4 H> Zdeen zur Geschichte und Kritik

nem Tage aus der Gattin eine berückende Buhlerinzu werden, nur damit einige Trojaner mehr bluten,indeß ihr bestochener Kämmerling, der Schlaf, dem ^schicksalwagenden Gott die Augen zuschließt. DasAeußcrste der Rache eines Weibes! Gegen Trojastehen zwei Weiber, für Troja zwei Männer; werzweifelt, wenn es auf Haß ankommt, welche Par-thei zum Ziele gelangen werde? Ging es in denhartnäckigsten Kriegen der Erde je anders?

In der menschlichen Scene hangen, wie vorhergezeigt worden, der Griechen Unfälle bei Homer le-diglich vom Stolze und Wahne des Königes ab,dem keiner der rathgcbenden Fürsten sich zu wider-setzen getraute. Ein falscher Traum ist seine beleh-rende Gottheit; sonst erscheinet ihm keine, (derenmehrere doch andern erscheinen), während der gan-zen Jliade. Dieser falsche Traum heißt Dünkel,dem Agamemnon, schon seinem Namen nach einJupiter auf Erden, zum Verderben seines Volkes,gehorchet. Den ältesten Rathgcber besticht er damit,daß der Traum in seiner Gestalt erschienen sey;andre Fürsten schweigen oder wetteifern thöricht mitAchilles Ruhm. So kommt durch Einen, durchWenige das ganze Heer an den Rand des Abgrun-des. Zu spät wird gesprochen, zu spät geweinel;und unter diesem allen ist und bleibt Agamemnonder sorgsamste Hirte der Völker. O Homer, so oftich von neuem deine Jliade lese, finde ich in ihrneue Züge der ordnenden Weisheit, Klugheit undMenschenliebe, mit der du wilde Verhältnisse einesrohen Zeitalters erzählest. Und keine Lehre, keineWarnung entfließt deinen Lippen, als ob sie die