der Poesie und bildenden Künste.
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7. Warum untersagt Priamus bei dem Be-gräbnis; der Erschlagenen seinem Heere die weinendeTrauerklage ? Offenbar lag dies Verbot in der Si-tuation der Trojaner. Sie, eine Versammlung asia-tischer, weicherer Völker, an die laut-weinendeTraucrklage mehr noch als die Griechen gewöhnet,sie, die in der Nahe ihrer Verwandten, Kinder undWeiber, vor Troja's Mauern ihre nächsten Freundeund Landsleute bestatten, und in ihrem Tode ihreignes Schicksal voraussahen, sie hatten ein solchesVerbot nöthiger, als die härteren Griechen, die derangreifende Thcil waren, und, fern von den Ihrigen,nur ihre Mitstreiter begruben. Um Patroklus Leicheweinen die Griechen, insonderheit die Myrmidoncn,am heftigsten Achilles; auch Briseis weint und dieübrigen Weiber, letztere aber
Um ParrokluZ zum Schein, im Grund' um eige-nes Elend»
8. Noch mehr zeigt die Menschlichkeit Homerssich in-der Weisheit, mit der er über das Schick-sal des Krieges dachte. Alles Kriegsunglücklaßt er durch Fehler entstehen, durch Fehler undLeidenschaften der Götter und Menschen. Das alteTroja wird vom Jupiter dem Eigensinne eines un-verföhnlichcN Weibes aufgeopfert, die eine Reihe ih-rer Lieblingsstädre hingebcn will, wenn Jupiter hiernur ihren Willen erfüllet. Die keuscheste, stolzesteGöttin erröthet nicht, ihre Umarmung zum Netzedes Betruges zu machen, aus tiefem Groll lieblosLiebe zu heucheln, mit geborgtem Schmucke an offe-
HerdersM.z.schön.LIt.ri.KUnst. VII. H ALd.u.Lrre/b.