der Poesie und bildenden Künste. m
das Auge des Dichters selbst ergötzte. Die armenTrojaner sind ihm eine Heerde Schaafe, die vonWölfen angefallen wird; unter ihnen sind vielefremde Bundesgenossen, die am Schicksal der be-drängten Königsstadt nur aus nachbarlichem MitleidThcil nehmen. Uns den inneren Wohlstand Troja'szu zeigen, unser Her; für die Bedrängten mitfühlendzu machen, führt er seinen edlen Hekcor im Anfängedes Treffens in die Stadt zurück. Er zeigt unsPriamus und seiner Söhne Wshnungen, zeigt unsdie Helena selbst in einer zwar erniedrigten, abernicht unwürdigen Gestalt; so die Acltcsten der Stadt,so endlich Andromache und ihr Kind. Rührender istwohl kein Abschied geschildert worden, als den Hek-tar von ihnen beiden nahm; und cs ist eine Ueber-kritik der Grammatiker, daß in der AndromacheRede einige Verse zu allgemein und zu viel seynsollten. Bei dem Dichter spricht sie im NaMen allertrojanischen Frauen, für sie und ihre verwässeren,gefangenen Kinder. Auch hat sich Homer wohl ge-hütet, uns die Unthaten selbst zu erzählen, die die-ser traurige Abschied nur vorahnet, ob sich gleichder Grund seiner ganzen Odyssee, die unglücklicheRückfahrt der Griechen, großen Theils aus sie bezog.Weder mit der Grauelthat des Ajax vor dem Bildeder Pallas, noch mit des Priamus, der Polyxenaund Andrer unwürdigem Morde hat seine Muse sichbefleckt; die Künstler und tragischen Dichtet nahmenihre Vorstellung dieser Scenen aus andern sogenann-ten cyklischen Dichtern. Hektars letzter Gang nachTroja ist bei Homer in jedem Schritte groß undheilig. Der Edle will die zornige Göttin versöhnenund seine geliebte Vaterstadt entsündigen; daher er