der Poesie und bildenden Künste. 109
bestimmten Umrissen erscheinen, die Wirkung nichthervorzubringen war, die er Hervorbringen wollte.So scheint er zu andrer Zeit den Zorn, die Scha-denfreude, das schrecklichergrcifcnde To des ver-hau gn iß zu personisiciren; zu gleichem Endzweck,unsere Begriffe ncmlich zu verwirren durch diese un-umschriebene Wortlarven. Der Zorn ist ihm wieein Rauch, und die Zwietracht erhebt sich glei-cher Gestalt zwischen Himmel und Erde. — Vonallen Künstler-Ideen weggcsehen, wie wahr und wiegräßlich! Aus einem Nichts entspringet die Zwie-tracht und wird in kurzem unermeßlich. Nie um-schrieben in ihrem Wesen kommt sie vielleicht ausEiner Kammer hervor und durcheilt Staaten, durch-eilt Heere, säet Verderben und Streitgffr umher,immer das Haupt in hohen, unabsehlichen Wolkenverborgen. Selten wissen die Menschen, weshalbsie streiten; je langer aber, desto hartnäckiger ha-dern sie: denn von Schritt zu Schritt wachst dieunersättliche Eris.
5. Jetzo trafen sie nah' auf Einem Raume zu-sammen,
Schild und Lanzen begegneten sich und Kräfte derstarken
Eisengepanzertcn Männer. Es stießen die bäuchi--gen Schilde
Wechselnd gegen einander, und ward ein schreck-lich Getöse.
Laut ertönte zugleich das Jammern und Jauchzender Krieger,
Schlagender und Erschlagner; es strömte von Blutedie Erde.