io2 II. Idem zur Geschichte und Kritik
Die Ursache ist leicht zu finden: „weil nur ein sokleiner Theil unsrer Nettion cultivirt ist, und beieinem andern die scheinbare Cultur zu einem falschenSchmuck fremder Ueppigkeit geworden ist." Wirwollen es uns nicht bergen; man spricht viel vonCultur und Aufklärung; man affektirt und fürchtetsic so gar, vielleicht, weil man an sich selbst weiß,daß sie nicht tief gebet, daß sie selten von rechterArt ist. Denn wirklich gebildete Gemüther,(in dem Verstände, wie Griechen und Römer diesWort uns zugcbracht haben), können am Nutzender achten Bildung nicht zweifeln.
Doch wo geratbe ich hin: Lassen Sie unsschn.ll zu unsrer Materie, zu dem unverfänglichenWunsche nach C omposi tionen schöner Stel-len aus la tei Nischen Dichtern, zurstckkeh-ren. Oft, gar oft, wenn ich geistliche Musikenüber lateinische Mönchsworte hörte, regte sich dasVerlangen in mir, auch altrömische Stellen mitsolcher Musik begleitet zu hören; und als in Rei-cher cd cs Lodtenfeycr auf Friederich nach Lucche-sini's Worten altrömische Tugenden, eine nachder andern, auf des Unsterblichen Grab auch inTönen sich zudrangtcn, ward der Wunsch aufs neuein mir lebendig. Strophen aus Hora;, (z. B.B. i. Ode 7. V. 2i. — 32 . B. 2 Ode ro. V.i 3 —2g.) oder ganze Stücke mit zweckmäßiger Ab-wechselung, (wie vielleicht B. 1. Ode 2g 26.B. 2. Ode 3 , 11. ig. 16. 19. 20. B. 3 . Ode 2.9. 21. B. g. Obe 7. bpode 7.), würden der Mu-sik nothwendig den eigenthümlichen Schwung geben,der ihr bei unsirn verbrauchten Sylbenmaaßen zu