der Poesie und bildenden Künste. ic,r
könnte; vielleicht ist dies ober unmöglich: denn diemeisten seiner Oden sind zu künstlich eingelegte mu-sivische Arbeit.
Mehrere derselbe», wissen Sie, sind ncich demLateinischen in Musik gesetzt; ich wollte, daß auchaus den, für uns nicht ganz brauchbaren, Odenalle rein - menschliche Strophen, alle beruhigende,tröstende, aufheiterndc Sprüche und Empfindungenlatein compvnirt würden. Stellen aus Virgil des-gleichen. Ich erinnere mich aus Luther, daß ihmeinige Worte der sterbenden Dido in der Musik einenunvergeßbaren Eindruck gemacht hatten; wem wür-den nicht jene ewigen Sprüche der Alten, mit wel-chen sie im einfachsten, kräftigsten Ausdruck dasMenschengcmüth starken, einen nach - und wicder-tönendcn Eindruck geben? Durch Musik ist unserGeschlecht humanisirt worden; durch Musik wird esnoch humanisiret. Was dem Unmuthigcn, dem licht-lds - Verstockten die Rede nicht sagen darf: sagenihm vielleicht Worte auf Schwingen lieblicher Töne.
Wenn dies von Gefangen der Alten gilt, solltees nicht viel mehr von Sprachen gellen, deren Ge-nius uns vertraulicher und naher Laute des Trostesund der Weisheit zulispelt? Kein Zweifel. In denDichtern der Italiener, Spanier, Gallier, schlum-mern Töne, die, wenn sie durch Musik und Anwen-dung zur Weisheit des Lebens würden, Völker undStande menschlich machen müßten.
Auch in unfern lyrischen Dichtern sind Stro-phen, die der sokratischen Schule würdig sind; war-um leben sie so wenig im Ohr der Nation? warumschlafen sie mit ihren Erfindern vergessen im Staube?